Kostenlos, aber nicht umsonst – ARPU gibt Einblick in F2P-Strategien

Posted on Apr 12 2014 - 3:43am by sandmann

Was haben Dota 2, League of Legends und World of Tanks gemeinsam? Richtig – sie alle sind kostenlos spielbar. Und trotzdem generieren sie gewaltige Umsätze für ihre Betreiber. So weit, so gut. Richtig interessant wird es jedoch, wenn man nicht nur den gesamten Umsatz der Titel vergleicht, sondern diesen in Relation zur jeweiligen Spielerzahl setzt. Klassischer Dreisatz also. Die Firma Superdata hat das getan und so für die wichtigsten Free-To-Play-Titel am Markt den durchschnittlichen Umsatz pro Spieler ermittelt.

Spieler auf der Gamescom in Köln

HoN-Spieler auf der Gamescom in Köln – sie stecken durchschnittlich 1,48 Dollar in ihr Lieblingsspiel. (Foto: mmorpg.eu)

 

Sieger im ARPU-Rating ist Wargaming.net. Mit World of Tanks ziehen die Weißrussen jedem Spieler durchschnittlich 4,51 Dollar aus der Tasche. Platz 2 belegt Valve – nicht etwa mit ihrem populärsten Titel Dota 2, sondern mit Team Fortress 2, das im Durchschnitt 3,36 Dollar pro User einspielt.Auf Platz 3 liegt erstaunlicherweise Guild Wars 2, bei dem der einmalig anfallende Kaufpreis nicht in den Umsatz eingerechnet wurde. Dota 2 und Marktführer League of Legends liegen mit nur 1,54 und 1,32 Dollar relativ weit abgeschlagen auf den Plätzen 8 und 10.

Eine Statistik zum durchschnittlichen Umsatz pro Spieler

World of Tanks ist Sieger beim ARPU-Rating und genriert den höchsten Gewinn pro Spieler. (Foto: Superdata Research)

So interessant die Daten jedoch auch sind – es lässt sich aus ihnen nicht ohne weiteres ersehen, welches Studio das Free-To-Play-Geschäftsmodell cleverer ausnutzt. Gerade Dota 2, Heroes of Newerth und League of Legends fallen durch ihr besonders faires Konzept positiv auf und können bis in die oberste Spielerklasse hinein kostenlos genutzt werden.

Ebenfalls unberücksichtigt: Dota 2 generiert theoretisch sogar noch Geld für die Spieler selbst, da sich gewonnene Gegenstände auf dem Steam-Markt ebenso handeln lassen wie selbst Entworfenes. Entsprechend bleiben Spieler diesen Titeln länger treu. In World of Tanks hingegen wird man hier und da in die Tasche greifen müssen, will man ganz oben mitspielen.

Was sich jedoch aus den Zahlen entnehmen lässt: Für Publisher mit qualitativ hochwertigen Spielen kann es strategisch sinnvoll sein, die Titel komplett kostenlos anzubieten und allein auf den Verkauf von kosmetischen Artikeln zu setzen. Damit liegt man im ARPU-Rating zwar im unteren Bereich, gleicht diesen Nachteil durch die hohen Spielerzahlen wieder aus. Publisher, die hingegen weniger Vertrauen in ihren Titel haben, werden sich eher gezwungen sehen, Vorteile im Spiel zu vermarkten, um das Maximum an Umsatz mit jedem Spieler zu generieren.

Quelle:

Superdata Research