Unsere ersten Schritte in The Elder Scrolls Online

Posted on Apr 1 2014 - 3:36am by sandmann

Oh, wie lange musste ich auf The Elder Scrolls Online warten. So lange, dass ich am Ende fast schon gar nicht mehr gewartet habe und die meisten Beta-Wochenenden einfach ungenutzt verstreichen ließ. Warum abplagen und einen Content spielen, der später ohnehin in optimierter Form auf mich wartet?

Dachte ich mir, loggte frohen Mutes in ESO ein und schnupperte die Luft, die in der Tat ein wenig an The Elder Scroll erinnert. Doch Vorsicht, liebe Skyrim-Jünger. Wer den letzten Teil der Saga mit diesem und jenem Add-on gefressen hat, wird von ESO möglicherweise ein wenig abgeschreckt sein, stellt es doch einen grafischen Rückschritt dar.

Der Kampf geht in Ordnung

Vergleicht man es hingegen mit anderen MMOs, schlägt sich The Elder Scrolls Online ganz gut – rangiert irgendwo knapp über dem aktuellen Rift und Age of Conan. Dabei ist es vor allem die Atmosphäre, von der ESO lebt. Die Tages- und Nachtzeiten sind ebenso dynamisch wie das Wetter, die computergesteuerten Zeitgenossen stehen nicht stocksteif in der Welt herum, sondern erscheinen zumindest im Vorbeigehen lebendig. Kleine Details wie der Minnesänger in der Taverne, der tatsächlich einige nette Liedchen trällert, tragen ihr Übriges dazu bei, dass sich die Welt recht lebendig anfühlt.

The Elder Scrolls Online punktet in Sachen Atmosphäre und kann es mit so manchem Solo-Game aufnehmen. Ob das jedoch auch die Monatsgebühr rechtfertigt, muss sich noch zeigen.

The Elder Scrolls Online punktet in Sachen Atmosphäre und kann es mit so manchem Solo-Game aufnehmen. Ob das jedoch auch die Monatsgebühr rechtfertigt, muss sich noch zeigen.

Das Kampfsystem, wie ich es mit meinem Bogen erlebe, geht in den ersten Leveln in Ordnung. Es ist bedeutend gemächlicher als beispielsweise Neverwinter und nicht übermäßig akkurat, und kommt nicht an das heran, was man von actionorientierten Solo-Games gewohnt ist.

Die Tatsache, dass die Server noch immer in Texas stehen, macht sich leider insbesondere dann bemerkbar, wenn man im Kampf oft in Bewegung ist. Ein Ping von rund 150 ms nach Deutschland bleibt einfach nicht unbemerkt.

Ein Themepark, wie er im Buche steht

Der PvE-Teil von The Elder Scrolls Online ist ein Themepark, wie er im Buche steht. Als Spieler folgt man Questreihen, die allerdings über einige Stufen hinweg in die Tiefe gehen und allesamt wundervolle, teils humorvolle, teils grausame Geschichten erzählen. Die Charaktere sind recht gut vertont und brauchen sich dank exzessivem Phasing auch nicht hinter Genre-Referenz Star Wars: The Old Republic nicht verstecken.

Ein Unding ist es allerdings, dass nach wie vor zahlreiche Questreihen bis zur Unlösbarkeit verbuggt sind, zudem die meisten davon bereits in den Beta-Tests entsprechend gemeldet wurden. Und so habe ich mich halb fasziniert, halb gefrustet die ersten fünf Level über durch Glenumbra gekämpft, habe hier und da ein neues Ausrüstungsstück erbeutet und jede Kisten, Beutel und Schränke aller Art geleert. In einigen steckten Bücher, die insbesondere die Fans der Serie interessieren dürften.

Wer braucht schon Freunde, wenn er der Held sein kann?

Ähnlich wie in BioWares MMOG hatte ich leider auch in ESO bisher keine Veranlassung, mich mit Freunden zu einer Gruppe zu vereinen. Im Gegenteil – durch die gesprochenen Questtexte stört das Geplapper der Kameraden im Teamspeak eher und so schaltet man das eigentlich so praktische Kommunikationsmedium ab, um ESO wie ein Solo-Game zu genießen.

Mich interessiert nun vor allem, wann sich die Entwickler den fehlerhaften Questreihen zuwenden wollen, denn wenn sie den Spieler schon durch ihren wundervollen Vergnügungspark führen, müssen auch die Fahrschäfte funktionieren. Wer also großen Wert auf ein fehlerfreies Spielerlebnis legt, sollte sich mit dem Kauf noch etwas gedulden.

Wie wärs mal mit Gemütlichkeit?

Action-Combat und Elder-Scrolls-Optik. The Elder Scrolls Online versucht, im Lager der Skyrim-Anhängerschaft zu wildern.

Action-Combat und Elder-Scrolls-Optik. The Elder Scrolls Online versucht, im Lager der Skyrim-Anhängerschaft zu wildern.

Ich werde mich davon natürlich nicht entmutigen lassen und mich so schnell es geht durch die nächsten fünf Level schlagen, um alsbald davon zu berichten. Dann werde ich mich auch ein wenig tiefergehend mit den Möglichkeiten des Bogenschützen beschäftigen, seit jeher meine bevorzugte Klasse und auch in ESO offensichtlich ganz annehmbar.

Und ich werde mich aller Voraussicht nach an den Herd stellen, um mein erstes Süppchen zu kochen und hinterher wohl auch auszulöffeln. Bis ich mich zum ersten Mal ins Getümmel der Fraktionskriege stürze, wird also noch ein Weilchen vergehen – doch irgendwie habe ich es in The Elder Scrolls Online auch gar nicht so eilig wie in all den anderen MMORPGs. Und ich glaube, das ist auch ganz gut so.

  • BoRo

    DIe Bugs sind schon sehr störend aber dennoch finde ich das das Spielerlebnis schon recht gut ist. Man bedenke aller Anfang ist schwer und ich hab schon schlechtere Starts erlebt 😉

  • Der erste Bug, an dem ich hing, hat sich erledigt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sich ein GM der Sache angenommen, denn ein Weilchen nach meiner Petition im Spiel wurde ich plötzlich vom Spiel getrennt, konnte einige Minuten lang nicht einloggen und nachdem es mir dann doch gelang, war die Quest (in dem Fall die Assassinen in den Schiffen am Hafen von Daggerfall) plötzlich in Ordnung.

  • BoRo

    Sie haben auch zudem die Chance auf Assasienen erhöht.
    Man muss es sich aber nicht schön reden es gibt noch einige buggy Quest die man zwar oft durch Relog beheben kann aber geben tut es sie…
    Ich war nie sooo der PvE Freund aber ich muss ganz klar sagen es gibt viele abwechslungsreiche Quest die abweichen von Sammel X von dem oder töte Monsteranzahl X. Suche infomationen oder höre den NPCs zu sind wirklich gut gelungen, macht spass 🙂